DEUTSCHeins - Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Kuppel auf dem Reichstag Reichstag in Berlin Bundeskanzleramt in Berlin Schloss Bellevue

Berlin

Foto: Staatskanzlei/Videoansprache
Söder und Laschet zu Kanzlerkandidatur bereit

Die Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU) zeigen sich beide bereit, als Kanzlerkandidat für die Union in die Bundestagswahl zu gehen.

Söder und Laschet betonten, sie hätten ein freundschaftliches Gespräch geführt. Dabei habe man festgestellt, dass beide zur Kanzlerkandidatur bereit und geeignet seien. Entschieden ist die "K-Frage" aber noch nicht. So wird der CSU-Vorsitzende Söder nur dann Kanzlerkandidat, wenn die CDU ihn will. Nun aber hat er sich erstmals öffentlich positioniert. Bislang hieß es nur "Mein Platz ist in Bayern". Laschets Ambitionen waren schon länger bekannt.

Als CDU-Vorsitzender hat Armin Laschet das Erstzugriffsrecht. Allerdings besagen Meinungsumfragen derzeit, dass die Union eher mit Markus Söder als Kandidat Chancen hätte, den Kanzler zu stellen.

Beide Ministerpräsidenten versuchen derzeit, sich in der Corona-Krise zu profilieren: Söder mit der eigenmächtigen Bestellung des russischen Sputnik-Impfstoffs für Bayern, an dessen Wirksamkeit Medizinforscher allerdings zweifeln, da sie viele Auffälligkeiten in den Daten gefunden haben.

Laschet wiederum hatte zuletzt einen "Brücken-Lockdown" zur Senkung der Corona-Neuinfektionen vorgeschlagen, bis Impfungen und Tests schneller funktionieren. Nun brachte er auch eine Aufhebung der Impf-Priorisierung ins Gespräch, wegen der Jüngere bislang kaum geimpft werden.

Selbst in seinem eigenen Bundesland NRW tut sich Laschet laut WDR NRW-Trend schwer: Bei der Frage, wer ein guter Kanzlerkandidat für die Union bei der Bundestagswahl im September wäre, fällt CDU-Chef Armin Laschet auch in seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen weiter hinter den bayrischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder zurück. Trotz Verlusten hält knapp jeder zweite Nordrhein-Westfale (49 Prozent, -7) Markus Söder für einen guten Kanzlerkandidaten, unverändert 37 Prozent finden das nicht. Armin Laschet dagegen bewertet nur noch knapp jeder Vierte (24 Prozent) als guten Kanzlerkandidaten. Seit Januar hat sich der Rückhalt für Laschet damit nahezu halbiert (-23 Prozentpunkte). 66 Prozent der Befragten sehen in Laschet keinen guten Kandidaten. Bemerkenswert: Auch bei den Unions-Anhängern in NRW schneidet Söder mit 68 zu 20 Prozent klar besser ab als Laschet, dessen Qualitäten als Kanzlerkandidat mit 43 zu 49 Prozent selbst in den eigenen Reihen überwiegend kritisch bewerten werden.

Laut jüngstem RTL/n-tv Trendbarometer will die Hälfte der Unions-Wähler von 2017 ihre Wahlentscheidung davon abhängig machen, wen die Partei als Kanzlerkandidaten aufstellt.Von allen bereits feststehenden oder denkbaren Kandidaten erhält CSU-Chef Markus Söder weiterhin die höchsten Zustimmungswerte. Derzeit würden sich 38 Prozent für ihn entscheiden, wenn seine Gegen-Kandidaten Robert Habeck (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) wären. Habeck käme gegen Söder auf 19, Scholz auf 13 Prozent. Gegen Annalena Baerbock und Olaf Scholz läge Söder mit 39 Prozent vorn; Baerbock käme auf 20, Scholz auf 14 Prozent.

Würde die Union statt Söder den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet aufstellen, würden derzeit beide denkbaren Kandidaten der Grünen vorne liegen: Im politischen Dreikampf würden sich 22 Prozent für Habeck und jeweils 17 Prozent für Scholz und Laschet entscheiden. Annalena Baerbock käme gegen einen Kanzlerkandidaten Laschet auf 23 Prozent. 17 Prozent würden sich für Scholz, 16 Prozent für Laschet entscheiden. Gegen Baerbock würde Söder 23 Prozentpunkte besser abschneiden als Laschet

Im innerparteilichen Machtkampf der Grünen hat Annalena Baerbock gegenüber Robert Habeck in den vergangenen Wochen Boden gut gemacht. Erstmals liegt Baerbock in der Kanzlerfrage sowohl gegen Söder als auch gegen Laschet knapp vor ihrem Co-Vorsitzenden. Wie würden die beiden Unionspolitiker momentan in den einzelnen Wahlgebieten und in den Wählergruppen gegen eine grüne Frau im Kandidatenfeld abschneiden?

Markus Söder würde in allen Wahlgebieten, bei Männern und Frauen sowie in allen Bildungsgruppen teilweise deutlich vorn liegen. Lediglich im linken Wähler-Spektrum schneidet Baerbock besser ab als der CSU-Chef. Am deutlichsten liegt Söder bei den Wählern der Mitte (49 gegenüber 12%) und in Bayern (49 gegenüber 16%) vorn.

Armin Laschet hat in der Kanzlerfrage in den neuen Bundesländern und bei Befragten mit Haupt- oder Realschulabschluss sowie im Mitte/Rechts-Lager einen knappen Vorsprung vor Baerbock. Die Grünen-Chefin ist dagegen in allen anderen Regionen und Wählergruppen stärker als Laschet, besonders groß ist ihr Vorsprung im linken Wähler-Spektrum, bei Befragten mit gehobenem Bildungsabschluss sowie bei Frauen.

Wenn die Grünen Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin aufstellen würden, lägen Söders Werte derzeit 23 Prozent vor den Werten seines innerparteilichen Konkurrenten Laschet. Überdies würde Söder in der Kanzlerfrage in allen Regionen und allen Wählergruppen besser abschneiden als der CDU-Vorsitzende. Der geringste Abstand zwischen den beiden möglichen Unions-Kanzlerkandidaten beträgt (im linken Wähler-Spektrum) 14 Prozentpunkte, der größte liegt in Bayern bei 37 Prozentpunkten.

(Zuletzt geändert: Sonntag, 11.04.21 - 18:14 Uhr   -   455 mal angesehen)

Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: RTF.1
Umfrage zu Gewalt gegen Lehrkräfte Im Zusammenhang mit der Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen tauchen an jeder vierten Schule psychische Gewalttaten gegen Lehrkräfte auf. Das hat eine repräsentative forsa-Umfrage ergeben, die vom Verband Bildung und Erziehung, kurz VBE, in Auftrag gegeben wurde.
Foto: RTF.1
Diözese leistet 1,5 Millionen Euro Corona-Nothilfe Mit über 1,5 Millionen Euro engagierte sich die Diözese Rottenburg-Stuttgart seit März 2020 für Menschen in Indien und weltweit.
Foto: RTF.1
Grüne im Umfrage-Hoch: Platz 1 im ARD-Trend Zum ersten Mal seit Juli 2019 verliert die Union die Spitzenposition in der Sonntagsfrage des ARD-DeutschlandTrends. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, dann kämen Die Grünen mit 26 Prozent auf Platz 1.

Weitere Meldungen