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Tübingen

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Neue Studie zeigt: Computerspielen trainiert Zahlensinn

Die Fähigkeit, auf einen Blick Mengen einzuschätzen, ist angeboren. So müssen wir nicht jeden Apfel einzeln abzählen, um festzustellen, dass drei Stück im Einkaufswagen liegen. Diese Fähigkeit verbessert sich - nach einer neuesten Studie der Universität Tübingen - durch Videospiele. So kann unsere Hirnleistung durch regelmäßiges Computerspielen trainiert und verbessert werden. Wir haben mit dem Studienleiter Professor Uwe Ilg über die neuen Erkenntnisse gesprochen.

Wenn es um Ballerspiele oder dem Zocken am Computer oder der Spielekonsole geht, gibt es viele eher negative Vorurteile in der Gesellschaft – dass dieses Hobby durchaus – im gesunden Maß wohl bemerkt – förderlich sein kann, untermauert jetzt eine neue Studie aus Tübingen.

„Wir haben schon mehrere Studien durchgeführt, wo wir im Prinzip untersucht haben, wie sich Menschen unterscheiden, die viel am Computer spielen und die, die eben überhaupt keine Computerspiele machen. Jede Münze hat zwei Seiten. Auf der einen Seite ist es mittlerweile klar, dass Computerspiele süchtig machen können, dass da eine Abhängigkeit entsteht, auf der anderen Seite helfen Computerspiele aber auch Aufmerksamkeitsmechanismen zu schärfen", erklärt Professor Uwe Ilg vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung Tübingen.

Und genau um solche Aufmerksamkeitsmechanismen ging es auch in der neuesten Studie aus Tübingen – diesmal drehte sich alles um den Zahlensinn.

„Was wir untersucht haben ist, wie weit kann ich mit einem Blick erfassen wie viel Objekte da sind. Beispiel: Wenn Sie jetzt zum Schwimmen gehen, dann dürfen auf jeder Bahn zum Beispiel acht Schwimmer sein. Und da ist die Frage, kann ich das mit einem Blick erfassen? Sind das sieben oder sind das sechs oder sind das acht auf der Bahn? Oder muss ich die einzelnen Schwimmer durchzählen?", erklärt der Professor.

Als Computerspieler wurden die Probanden der Studie betitelt, die mindestens vier Stunden pro Woche spielen. Sie mussten, ebenso wie die Nichtspielenden Studienteilnehmer, auf einen Computerbildschirm schauen und innerhalb kürzester Zeit entscheiden, in welchem von zwei Kreisen mehr Punkte vorhanden sind.

Studienleiterin Joana Stäb erklärt, dass diese Kreise nur zu 200 Millisekunden zu sehen sind, damit die Probanden eben nicht zählen können und so wirklich der Zahlensinn getestet wurde und nicht das Zählen. Die Ergebnisse zeigten: Computerspieler profitieren durch das regelmäßige Spielen von Action-Video-Games, zu denen beispielsweise auch das Spiel Fifa gezählt werden kann.

„Unsere Ergebnisse waren sehr spannend, weil das eine war, dass wenn es darum geht, die Anzahl einzuschätzen, gab es keinen Unterschied zwischen Spielern und Nichtspielern. Aber wenn es darum geht, wie viele Fehler wir machen oder wie genau wir das einschätzen können, dann ist es tatsächlich so, dass Computerspieler da das schärfer einschätzen können wie hoch die Anzahl ist, als Nichtspieler", so Ilg.

Computerspieler trainieren insofern, da die Spieler einzelne Szenen am Computerbildschirm meist rasch beurteilen und Entscheidungen treffen müssen.

Das Ergebnis der Studie für sich alleine genommen bildet nur ein Mosaiksteinchen, erklärt uns Professor Ilg. Dennoch könnte es Zukunftsaussichten geben, in denen Computerspiele in der Lage sind, Schwierigkeiten, die im Alter auf uns zukommen, besser behandeln zu können.

„Also wenn jemand mit 70 oder 80 Jahren darunter leidet, dass sein Gedächtnis nicht mehr so ist, wie mit 20 Jahren, dann gibt es vielleicht die Möglichkeit, wenn wir diese Aufmerksamkeitsmechanismen besser verstehen, dass eben auch ältere Menschen ganz massiv davon profitieren können, wenn sie das ein oder andere Computerspiel spielen", erklärt Professor Ilg.

Eine Playstation oder Xbox als Geburtstagsgeschenk für die Oma oder den Opa ist künftig also gar keine schlechte Idee.

(Zuletzt geändert: Sonntag, 13.06.21 - 14:30 Uhr   -   942 mal angesehen)

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