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Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Kuppel auf dem Reichstag Reichstag in Berlin Bundeskanzleramt in Berlin Schloss Bellevue

Reutlingen

Foto: RTF.1
Politik und Wirtschaft: Gunther Krichbaum für Abschaffung der bundesweiten Erbschaftssteuer

Gunther Krichbaum ist Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Als solcher gehört er zu den Stellvertretern von Außenminister Johann Wadephul. Der CDU-Politiker kommt aus Baden-Württemberg, ist in Korntal geboren und vertritt heute den Wahlkreis Pforzheim im Bundestag. Diese Woche war Gunther Krichbaum auf der Achalm in Reutlingen zu Gast. Eingeladen hatten ihn die Familienunternehmer und die Jungen Unternehmer im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Politik und Wirtschaft“.

Zu etwas ungewohnter Tageszeit – am Abend statt wie sonst am Mittag – begrüßte Unternehmer Robin Morgenstern den politischen Gast Gunther Krichbaum auf der Achalm. Und dann ging es nach einer kurzen Begrüßung auch schon gleich in medias res. Als Außenpolitiker ging er natürlich zunächst auf die internationalen Beziehungen ein. Deutschland habe eine sehr starke Rolle in der Welt, so Krichbaum, Und das sei auch wichtig. 

"Wir stehen vor gigantischen Herausforderungen, Stichwort Der Krieg Russlands gegen die Ukraine, die Vereinigten Staaten, die sich mehr und mehr auch zurückzuziehen scheinen von alt geglaubten Sicherheitspartnerschaften im transatlantischen Bündnis, wir haben die Herausforderung natürlich auch die China, das heißt, wir haben sehr, sehr viele Baustellen auf der Welt, da kommt es auf ein starkes Deutschland an", sagte Gunther Krichbaum.

Doch wirtschaftlich sieht es nicht gerade gut aus. Deutschland ist im dritten Jahr der Rezession. Der Bundesregierung könne man allerdings keine Untätigkeit vorwerfen. Das Kabinett Merz habe schon einige konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht: "Beispielsweise, dass wir die Energiepreise absenken. Stichwort Industriestrompreis. Abschaffung der Gasspeicherumlage. Dass wir auch bei der Körperschaftssteuer nach unten gehen werden. Abschreibung generell. Abschreibungsbooster ist auf den Weg gebracht worden. Nicht zu vergessen auch die Impulse für die Bauindustrie", so Krichbaum.

In der von Rainer Knauer moderierten Gesprächsrunde sprach sich Krichbaum aber auch für einen Mentalitätswechsel in Wirtschaft und Gesellschaft aus. Man solle generell mehr Wagnisse eingehen.

Gunther Krichbaum: "Wir sind mitunter sehr sicherheitsorientiert. Aber gerade auch Start-ups wagen eine Menge. Ich mache es an einem Beispiel fest: In den USA sprechen wir von Venture Capital, in Deutschland von Risikokapital. Venture Capital heißt, das ist von Adventure, von etwas wagen, von Abenteuer abgeleitet. Risiko, da ist man eher vorsichtig."

Ein großes Problem in der Wirtschaft: Fachkräftemangel. Viele setzen da ja auf Zuwanderung aus dem Ausland. Aber das ist schwierig: Die Kriegsflüchtlinge müssten ja irgendwann wieder zurück, ihr Land aufbauen, so Krichbaum. Und bei IT-Fachkräften habe Deutschland starke Konkurrenz. 

"Großbritannien und die USA haben schon einen großen Vorteil: die Sprache. Eine indische IT-Fachkraft wird in aller Regel bereits Englisch sprechen. Bei uns, mit Hochdeutsch oder Schwäbisch ist das schon etwas, wo wir ein bisschen nachlegen müssen", so Krichbaum.

Ein weiteres Thema, das der Wirtschaft auf den Nägeln brannte: die Erbschaftssteuer. Hier hat Krichbaum eine ganz spezielle persönliche Meinung: Die bundesweite Erbschaftssteuer solle abgeschafft werden: "Ich selber könnte mir sehr wohl vorstellen dass hier die, weil das Aufkommen hier in Richtung Länder geht, dass wir es den Ländern ganz überlassen. Und dann entscheidet jedes Bundesland selbst darüber, ob die Erbschaftssteuer überhaupt erhoben wird, und wenn ja, in welcher Höhe. Das wäre ein echter Wettbewerbsföderalismus", sagt Krichbaum.

Nach einer lebhaften Diskussion noch ein Gruppenfoto zum Abschied. Anfang Januar ist dann Marie-Agnes Strack-Zimmermann zu Gast auf der Achalm.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 11.12.25 - 14:17 Uhr   -   2521 mal angesehen)

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