Rheinischer Humor trifft auf schwäbisches Unternehmertum
Der Verband der Jungen Unternehmer und Familienunternehmer in Südwürttemberg hat am Donnerstag zur Jahreshauptversammlung in Hülben eingeladen. Gleich zwei neue Vorstände feierten bei der Veranstaltung ihren Amtsantritt. Zu dem feierlichen Anlass war auch der ehemalige CDU-Bundespolitiker Wolfgang Bosbach eingeladen. Mit einer gleichermaßen humorvollen wie auch tiefgründigen Rede eröffnete der Rheinländer die Soirée.
Eine gute Portion rheinischen Humors bracht der Ex-Bundespolitiker Wolfgang Bosbach (CDU) aus Bergisch Gladbach in die Paul Dümmel Werkzeugfabrik in Hülben mit. Der Ehrengast bei der Jahreshauptversammlung der Jungen- und Familienunternehmer benannte aber gleichzeitig auch viele der Sorgen, die den Verband umtreiben.
"Es gibt Vieles, was im Argen liegt – auch in der Landespolitik, nicht nur in der Bundespolitik", beklagt Jochen Dümmel von der Paul Dümmel Werkzeugfabrik GmbH. "Und wir haben uns da im Vorfeld sehr viele Gedanken gemacht. Wir haben ein Programm ausgearbeitet, wo wir einen Forderungskatalog übergeben haben. Und wir sehen jetzt auch in der neuen Regierungsvereinbarung, dem Koalitionsvertrag, dass sich da einiges wiederfindet", so der Familienunternehmer.
70 bis 80 Prozent des Inhalts aus dem Forderungskatalogs fänden sich laut KI-Analyse im Koalitionsvertrag wieder, so Robin Morgenstern von der Morgenstern AG. Der ehemalige Vorstand des Regionalbezirks Südwürttemberg wechselt in den Landesvorstand. Bei der Veranstaltung beglückwünschte er seinen Nachfolger Jochen Dümmel und benannte ihn als einen würdigen Nachfolger.
Als neuer Vorstandsvorsitzender der Familienunternehmer kommen auf Dümmel einige neue Aufgaben zu. "Wir sind verantwortlich für die regionalen Programme", erklärt Dümmel. Das heißt, wir versuchen immer für unsere Mitglieder auf der einen Seite mal Firmenbesichtigungen zu unternehmen. Dann gibt's noch den einen oder anderen Part Freizeitprogramm, wo wir uns bloß treffen, wo wir uns im Netzwerk austauschen. Sehr wichtig ist für uns die politische Arbeit", überblickt Jochen Dümmel seinen Aufgabenbereich.
In Sachen politischer Arbeit beschäftigen einige Themen die Unternehmerverbände. Christoph Bächle vom Abbundzentrum St. Johann tritt bei den Jungen Unternehmern das Amt des Vorstandsvorsitzenden an. Er möchte durch seine politische Arbeit vor allem jungen Unternehmern den Einstieg ins Gründertum vereinfachen.
"Gerade jetzt im Bereich junge Unternehmer sind es natürlich Themen wie: Gründerfinanzierung, Kredite, Fläche, Bürofläche, Produktionsfläche – da brauchen wir einen Zugang", fordert Bächle. "Wäre hier auch eine Forderung, dass beispielsweise die L-Bank als Fördererbank in Baden-Württemberg günstige Kredite vergibt und nicht teilweise teurer als die Hausbank", so Bächle weiter.
Anlass zur Hoffnung gebe nicht nur der neue Koalitionsvertrag der Landesregierung, sondern auch die Amtsübernahme von Thorsten Frei als Bundesfraktionsvorsitzender der CDU/CSU für den zurückgtretenen Jens Spahn. Frei vertrete als Christdemokrat nicht nur die Werte der mittelständischen Unternehmer, sondern besitze auch eine ganz enge Verbindung zur Schwäbischen Alb.
"(Frei) ist nicht nur ein hoher Politiker, ich glaube, er kommt auch aus der Kommunalpolitik. Er war mal Oberbürgermeister in Donaueschingen. Ist vor allen Dingen menschlich ein ganz, ganz feiner Kerl", beteuert Wolfgang Bosbach (CDU).
Das schaffe sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung. Und das sei notwendig. In den vergangenen zehn Jahren, habe es, so Bosbach, nämlich weltweit keine 20 Staaten mit einem ähnlich schwachen Wirtschaftswachstum wie Deutschland gegeben – inklusive Kriegsgebiete.