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Reutlingen

Foto: RTF.1
War Stromausfall Brandstiftung? "Werden jeden Stein umdrehen"

Nach dem Brand in einem Reutlinger Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall am Montag ermitteln LKA und Staatsschutz wegen des Verdachts auf vorsätzliche Brandstiftung. Es gebe Anhaltspunkte. Innenminister Hagel sagte, man werde "jeden Stein umdrehen".

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gibt es Anhaltspunkte dafür, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sein könnte. Das Verfahren richtet sich derzeit noch gegen Unbekannt. Ermittelt wird wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung sowie der Störung öffentlicher Betriebe.

Der Brand hatte am Montag einen großflächigen Stromausfall ausgelöst. Betroffen waren das Stadtgebiet Reutlingen und umliegende Ortschaften. Wie die Netzbetreiber mitteilten, konnte im Laufe des gestrigen Tages bereits ein großer Teil der betroffenen Haushalte, Gewerbebetriebe und öffentlichen Einrichtungen wieder an das Stromnetz angeschlossen werden. Wann die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt sein wird, ist bislang jedoch noch nicht abschließend absehbar.

Die Spurensicherung dauert unterdessen an. Nach Behördenangaben sind die Ermittlungen vor Ort, an denen auch ein Brandmittelspürhund und Sachverständige beteiligt sind, noch nicht abgeschlossen. Hinweise auf mögliche Tatverdächtige oder ein Motiv liegen derzeit nicht vor.

Das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart besteht seit Anfang 2025. Dort sind sechs Oberstaatsanwältinnen und Oberstaatsanwälte sowie ein Leitender Oberstaatsanwalt tätig. Die Einrichtung arbeitet eng mit dem Staatsschutz- und Antiterrorismuszentrum beim Landeskriminalamt zusammen, das die polizeilichen Ermittlungen in dem Fall führt.

Ermittler prüfen auch Anschlagsszenario

Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel spricht von einem ergebnisoffenen Verfahren und schließt auch einen möglichen Brandanschlag oder terroristischen Hintergrund nicht aus. 

Polizei verstärkt Präsenz an kritischer Infrastruktur

Hagel kündigte ein konsequentes Vorgehen an. Polizei und Sicherheitsbehörden würden „jeden Stein umdrehen", um die Ursache des Brandes aufzuklären. Seit Ausbruch des Feuers sei die Polizei im Einsatz. Das Polizeipräsidium Reutlingen habe eine besondere Aufbauorganisation eingerichtet und unterstütze Feuerwehr und Stadt bei der Einsatzbewältigung.

Zugleich werde die Polizeipräsenz insbesondere im Bereich kritischer Infrastrukturen verstärkt. Damit solle sichergestellt werden, dass der Stromausfall keine zusätzlichen Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit habe.

Außergewöhnliche Einsatzlage festgestellt

Zur Koordination der Maßnahmen stellte das Landratsamt Hagels eine außergewöhnliche Einsatzlage nach dem Landeskatastrophenschutzgesetz fest. Hagel machte deutlich, wie weitreichend die Folgen eines Stromausfalls sein können. Betroffen seien nicht nur alltägliche Dinge wie automatische Türen, das Laden von Mobiltelefonen, digitale Fahr- oder Bankkarten sowie Kühl- und Gefriergeräte. Besonders gravierend seien die Auswirkungen dort, wo Menschen auf technische Geräte angewiesen seien, etwa in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.

Dank an Einsatzkräfte und Netzbetreiber

Der Innenminister dankte Oberbürgermeister Thomas Keck für die enge Abstimmung vor Ort. Auch der EnBW und deren Vorstandsvorsitzendem Dr. Georg Stamatelopoulos sprach er seinen Dank aus. Nach seinen Worten werde alles Menschenmögliche unternommen, um die Stromversorgung schnellstmöglich wiederherzustellen.

Zugleich würdigte Hagel den Einsatz der vielen Helferinnen und Helfer. Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei und Technisches Hilfswerk hätten in der Nacht mit großem Engagement gearbeitet und insbesondere an kritischen Punkten in kurzer Zeit Notstromversorgungen aufgebaut.

Sicherheitslage im Blick

Nach Angaben des Innenministers will das Land dafür sorgen, dass der Stromausfall nicht zu Einschränkungen der öffentlichen Sicherheit führt. Über das Polizeipräsidium Reutlingen werde deshalb eine erhöhte Polizeipräsenz im betroffenen Gebiet sichergestellt.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 09.06.26 - 08:59 Uhr   -   1973 mal angesehen)

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