DEUTSCHeins - Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Das Wichtigste aus Deutschland und der Welt

Kuppel auf dem Reichstag Reichstag in Berlin Bundeskanzleramt in Berlin Schloss Bellevue

Reutlingen

Foto: RTF.1
Auswirkungen des Stromausfalls auf Gewerbetreibende

Auch wenn alle Privathaushalte in Reutlingen wieder ans Stromnetz angeschlossen sind, saßen rund 50 Gewerbetreibende teils bis Mittwochabend auf dem Trockenen. Die Folgen reichten von Einschränkungen im Tagesgeschäft bis hin zum völligen Stillstand.

Geschlossene Läden zeichnen seit dem Stromausfall ein tristes Bild vom Industriegebiet West in Betzingen.Was ein klassischer Montag werden sollte, entwickelte sich zur absoluten Ausnahmesituation. Auch für Robin Morgenstern von der Morgenstern AG.

"Das war wirklich sehr überraschend natürlich", erzählt Morgenstern. "Es war auch nach den Ferien. Das heißt, alle waren wieder einsatzbereit und voller Tatendrang. Und dann kamen sie ins Büro und nichts geht mehr. Das war schon erstmal ein kleiner Schock."

Zuerst herrschte Ungewissheit über das Ausmaß der Ausfälle. Dem IT-Dienstleister war zuerst nicht klar, wie lange er ohne Strom auskommen müsste. Klar war: Einen langen Stillstand konnte sich Morgenstern nicht erlauben.

Die Datenverarbeitungszentrale befindet sich in der Reutlinger Hauptniederlassung. Wenn das Daten-Center nicht läuft, haben alle Standorte von Basel bis Crailsheim keinen Zugriff auf Störmeldungen und Kundenaufträge.

"Da die Information dann irgendwann vorlag, es könnte bis zu 48 Stunden dauern, haben wir einen Plan B erarbeitet. Wir haben gesagt: 'Wir müssen unsere eigene Stromzufuhr organisieren.' Und das ist uns dann gelungen an unseren beiden Standorten hier im Industriegebiet in Reutlingen", so Morgenstern.

Die Stromversorgung für die Zentrale und das Service Hub läuft aktuell über zwei Notstromaggregate. Allerdings liefern diese auch nur begrenzt Strom. Der Betrieb vor Ort läuft auf Sparflamme. "In erster Linie war für uns wichtig, unser Data Center wieder online zu bekommen. Das zieht natürlich sehr viel Strom", erklärt Morgenstern.

"Wir haben aber aus Sicherheitsgründen die Mitarbeiter, die im Home Office arbeiten können, ins Home Office geschickt - in Reutlingen zumindest, um möglichst wenig Strom zu verbrauchen, damit die Kernprozesse auch funktionieren", so der Geschäftsführer der Morgenstern AG.

Auch wenn die Büroräume ein Gefühl von Geisterstadt vermitteln, läuft das Kerngeschäft laut Morgenstern wieder auf Vordermann. In der kurzen Phase des Ausfalls hätte die Morgenstern AG fast einen Kunden verloren. Für eine weitere Ausschreibung konnte die Firma kein Angebot unterbreiten. Kein Zugriff auf die Computer-Daten war möglich.

"Wir haben weiterhin natürlich Einschränkungen, mit denen wir kämpfen müssen. Wir haben Dinge, die nachgearbeitet werden müssen von der Zeit, in der wir keinen Strom hatten. Wir werden jetzt aber sukzessive die Themen aufbereiten", so der Unternehmer.

Und auch wenn der Strom wieder fließt, greift der Geschäftsmann vorerst auf das Aggregat an beiden Standorten zurück. Nur ein kurzer Ausfall des Data Centers hätte nämlich fatale Konsequenzen. Erst wenn eine konstante Stromversorgung gewährleistet ist, geht die Morgenstern AG wieder ans Netz.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 11.06.26 - 08:49 Uhr   -   2202 mal angesehen)

Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpt/
Regierungspräsidium will illegale Maschinenimporte stoppen Illegale Maschinenimporte über den Onlinehandel haben Unternehmen in Baden-Württemberg zunehmend unter Druck gesetzt. Das monierte das Regierungspräsidium Tübingen nach einem Austausch mit der Europaabgeordneten Andrea Wechsler und dem Maschinenbauverband VDMA.
Foto: Pixabay.com
Sicherheitslücke bei PHP: Auch Internetseiten in der Region betroffen Im Zuge einer weltweiten Sicherheitslücke im Internet hat unter anderem die Stadt Reutlingen ihre Webseiten vorsorglich abgeschaltet.
Foto: RTF.1
Familie verlangt sechsstelligen Betrag vom Jobcenter 100.000 Euro vom Jobcenter für eine neue Wohnungseinrichtung - doch das Gericht hat abgelehnt. Eine Familie aus Baden-Württemberg wollte damit unter anderem Fenster, Türen, Bad, Heizung und Möbel erneuern lassen.

Weitere Meldungen