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Neuffen

Foto: RTF.1
Historischer Motorsport in schönster Form - Bergpreis Schwäbische Alb lockte zahlreiche Besucher an

Wenn rund 140 historische Autos mehrmals am Tag die Neuffener Steige rauf und runter fahren, besetzt mit Promis aus Sport, Politik und Fernsehen - dann kann das nur eins bedeuten: Es ist wieder Bergpreis-Zeit. Rund 20.000 Besucher hatten dem schwäbischen Motorsport-Retro-Event in Erinnerung an die alten Bergrennen der 60er, 70er und 80er Jahre am Wochenende beigewohnt.

Die erste von drei Runden wurde von keinem Geringeren als Fußball-Weltmeister Guido Buchwald eröffnet, der im Pacecar von Neuffens Noch-Bürgermeister Matthias Bäcker mitfahren durfte. "Als Safty Car. Ich schaue mal, dass die Jungs alle richtig fahren und teste mal die Strecke vor." Das Rennen hat eine riesige Tradition, findet der Sportler. "Ich war als kleines Kind schon mal hier und habe mal zugeschaut, ganz ganz ganz früher. Und Autos faszinieren mich immer."

Seit Jahren fährt Matthias Bäcker das Pacecar, welches das Tempo angibt. Er ist großer Fan des Bergpreises und hat das Rennen seit seiner Wiederbelebung unterstützt. Für ihn als Stadtoberhaupt ist es seine letzte Fahrt. "Nach meiner Amtszeit fahre ich weiterhin das Pacecar. Das habe ich mit der IG Bergpreis so ausgemacht. Ich bin lebenslang gewählt als Pacecar-Fahrer, so ähnlich wie der Papst. Insofern bleibe ich dem Bergpreis erhalten."

Mit dem ersten Bergpreis Schwäbische Alb im Jahr 1964 begann die Motorsportgeschichte auf der Neuffener Steige. Das Rennen zählte bald zu den beliebtesten Bergrennen Deutschlands. Die Ära endete mit einem tragischen Unfall. Seit einigen Jahren lebt der Bergpreis als Schaulauf weiter. Um Schnelligkeit und Sieg geht es heute also nicht mehr. Viele Fahrer von damals nehmen auch heute noch daran teil. Aber auch für andere Rennsportbegeisterte sowie Oldtimer-Fans ist es eine Ehre, die Bergpreis-Strecke fahren zu dürfen.

Hans-Joachim „Strietzel" Stuck war dort 1969 sein drittes Rennen gefahren, "auf dem Koepchen BMW 2002 Ti, damals auch gewonnen. Der Beginn meiner Karriere, deswegen gute Erinnerungen an hier."

Christian Geistdörfer, Rallye Weltmeister 1980 und 1982 mit Walter Röhrl, ist dabei, "weil ich letztes Jahr das erste Mal dabei war und total begeistert war von der Atmosphäre, von der Freundlichkeit der Leute, wie sie alle das genießen, immer mit lachenden Gesichtern rumlaufen. Das ist einfach toll."

Der Deutsche Bergmeister von 1981, Roland Asch,war in Neuffen schon Ende 1970 und Anfang 1980 gefahren, "die richtigen Rennen noch damals". Es sei toll, wenn man die Strecke jetzt wieder fahren könne. Auch das Wiedersehen und der Austausch mit einiger Konkurrenten von damals sei toll.

Schauspieler und „Tatort"-Kommissar Richy Müller ist mit am Start, "weil ich gerne Auto fahre und weil es eine tolle Veranstaltung ist und ich noch nie in Neuffen war."

Angemeldet hatten sich weit mehr als am Ende teilnehmen konnten. Eine nicht einfache Auswahl für das Orga-Team von der IG Bergpreis Schwäbische Alb. "Alle Autos sind toll und jeder darf auch stolz sein auf sein Auto. Aber wir haben die Kriterien, da gibt es ein Gremium bei uns von 7 Personen", so Gundbert Schall. Olof Kuder ergänzt: "Und dann versuchen wir einfach, so viele wie möglich interessante Autos über alle Jahrzehnte zu erreichen, dass für jeden was dabei ist."

Rainer Klink vom Tübinger Boxenstop-Museum wusste zu jedem Fahrzeug inklusive Fahrer etwas zu berichten. Für den langjährigen Moderator wird es das letzte Rennen in dieser Funktion sein. "Ich fühle mich wohl. Aber alles hat seine Zeit. Und da der Bürgermeister Bäcker dieses Jahr seine letzte Amtsperiode ist, habe ich gesagt, verbinde ich es damit und mache dieses Jahr zum letzten Mal den Streckensprecher."

Für die rund 20.000 Zuschauer hatten die Veranstalter noch ein ganz besonderes Schmankerl vorbereitet: Zwischen Rennautos, Tourenwagen und historischen Fahrzeugen fuhren auch mehrere original James Bond Autos die Neuffener Steige hinauf. Zur Sicherheit für alle Beteiligten herrschten auf der gut vier Kilometer langen Strecke eine Geschwindigkeitsbegrenzung und Überholverbot.

Die Veranstalter sind mit dem diesjährigen Bergpreis sehr zufrieden. "Unfallfrei, ohne Vorkommnisse, bestes Wetter. Wir haben keine Wünsche offen. Es ist ganz entspannt, tolle Stimmung hier in Neuffen, es kommt alles perfekt zusammen", so die Zusammenfassung von Stephan Allgöwer. Wie umfangreich der Bergpreis im kommenden Jahr ausfallen wird, steht noch nicht fest.

Eine ausführliche Reportage zum diesjährigen Bergpreis sehen Sie am Wochenende auf RTF.1.

(Zuletzt geändert: Montag, 07.09.26 - 17:31 Uhr   -   664 mal angesehen)

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