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Reutlingen

Foto: Pixabay.com
Stromausfall in Reutlingen: Reparatur kann Tage dauern

Ein großflächiger Stromausfall in der Nacht zum Montag legt aktuell Teile von Reutlingen, Wannweil und Kirchentellinsfurt lahm. Bis überall wieder Strom fließt, könnten mindestens zwei Tage vergehen, hieß es. Ursache ist ein Feuer in einem Umspannwerk, die Polizei ermittelt wegen möglicher Brandstiftung.

Im Netzgebiet der FairNetz GmbH kam es in der Nacht auf Montag zu einem Stromausfall, der weiterhin Tausende Haushalte in und um Reutlingen betrifft. Grund war laut Einsatzkräften ein Brand im Umspannwerk West in Betzingen. Der stellvertretende Feuerwehrkommandant Matthias Hertler berichtete von einem Brand an zwei Trafos, der gelöscht worden sei. 

Mindestens zwei Tage bis zur Vollversorgung

Eine sichere Prognose zur vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung wollten die beteiligten Unternehmen zunächst nicht abgeben. Laut dem Geschäftsführer der Stadtwerke Reutlingen, Jens Balcerek liegt der Fokus darauf, erst die Bevölkerung wieder mit Strom zu versorgen, dann das Gewerbe. Vom Netzbetreiber Netze BW hieß es, mit einer Vollversorgung solle man nicht vor 48 Stunden rechnen.

Nach Angaben der Polizei waren zunächst auch kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Seniorenheime betroffen. Zudem funktionieren Telefon und Internet nur eingeschränkt.

Krankenhaus wieder am Netz

Das ebenfalls betroffene Umspannwerk Mitte ist seit 6 Uhr am Morgen wieder in Betrieb. Dadurch konnten unter anderem die Innenstadt und das Krankenhaus wieder mit Strom versorgt werden. Hier waren Notstromaggregate angesprungen, es mussten aber auch Operationen verschoben werden.

Auch die Stromversorgung im Industriegebiet Mark West und den Orten Ohmenhausen, Betzingen, Wannweil und Kirchentellinsfurt fiel teilweise aus. Am Montagmittag waren noch über 8.000 Haushalte ohne Strom.

Verdacht auf Brandstiftung

Die Ursache des Stromausfalls wird derzeit ermittelt. Nach Angaben eines Polizeisprechers wird auch geprüft, ob Brandstiftung eine Rolle gespielt haben könnte. Offenbar wurden entsprechende Spuren gefunden. LKA-Brandsachverständige sind demnach in die Ermittlungen eingebunden. In Betracht kommen laut Polizei aber auch Fahrlässigkeit oder ein technischer Defekt. Man ermittle in alle Richtungen.

Bürgerinnen und Bürger erhalten Informationen unter www.fairnetzgmbh.de sowie der Sondernummer 07121/31945300. Unter der Telefonnummer 0800/303-4444 hat die Stadt Reutlingen ein Bürgertelefon eingerichtet. In medizinischen Notfällen gilt die Notrufnummer 112.

Zum Artikel: Stromausfall in Reutlingen: Die Folgen und wie es weitergeht

Einsatzkräfte und Helfer rechnen mit längerem Einsatz

Das Deutsche Rote Kreuz Reutlingen sowie der Malteser Hilfsdienst Reutlingen und Walddorfhäslach richteten zur Bewältigung der Folgen des Stromausfalls einen Einsatzstab im Zentrum für Bevölkerungsschutz in Pfullingen ein.

Ein leitender Notarzt unterstützt den Einsatzstab vor Ort. Zudem wurde eine weitere Verbindungsperson des Rettungsdienstes im parallel arbeitenden Einsatzstab der Kreiskliniken Reutlingen.

Die Hilfsorganisationen stellen sich auf einen länger andauernden Einsatz, die Betreuung zahlreicher Hilfsbedürftiger sowie die Versorgung von Patienten ein. Insgesamt sind mehr als 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz.

Aufgrund des Stromausfalls und seiner Folgen kam es zu mehreren Einsätzen der ehrenamtlichen Helfer.

Der Fall erinnert an den großflächigen Stromausfall in Berlin. Unbekannte hatten in der Hauptstadt zu Jahresbeginn einen Brandanschlag verübt. Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) habe sich daher bereits am Morgen bei ihm zu dem Stromausfall erkundigt, berichtete der Reutlinger OB Thomas Keck (SPD). Ein Bekennerschreiben liegt nach offiziellen Angaben bislang nicht vor.

(Zuletzt geändert: Montag, 08.06.26 - 15:19 Uhr   -   1550 mal angesehen)

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