Scholz: Ukraine entscheidet über Ende der Sanktionen gegen Russland
Bundeskanzler Olaf Scholz hat erstmals klar gemacht, dass die Ukraine über die Dauer der westlichen Sanktionen entscheiden könne. "Wir werden unsere Sanktionen doch nur im Einvernehmen mit der Ukraine zurücknehmen können und wollen", so Scholz im Stern.
"Ich glaube, im Kreml haben das viele noch nicht begriffen. Für Russland hat das verheerende Folgen." Scholz betonte, dass alleine die Ukraine mit Russland über einen Frieden und dessen Bedingungen verhandeln werde, "niemand sonst. Es darf nicht sein, dass andere für die Ukraine oder über die Ukraine entscheiden." Scholz machte allerdings deutlich, dass er noch von einem langen Krieg ausgeht: "Das eigentliche Problem ist doch, dass wir davon noch viel zu weit entfernt sind."
Scholz lobte im Stern ausdrücklich den Widerstand der Ukraine: "Sie verteidigt sich mit großer Tapferkeit und sehr viel Klugheit. Die Leistung der ukrainischen Militärführung ist beeindruckend und großartig." Dass sich das ukrainische Volk geschlossen gegen die Invasion stemme, sei eine "große staatsmännische Leistung" von Präsident Wolodomyr Selenskyj: "Er macht es sehr gut."
US-Präsident Joe Biden lobte Scholz als "klugen und besonnenen Mann. Wir denken und ticken übrigens auch ähnlich, wo es um den Zusammenhalt geht." Von seinem Vorgänger Gerhard Schröder dagegen distanzierte sich der Bundeskanzler noch einmal ausdrücklich. Er habe zu ihm "weder Kontakt noch einen Draht. Er führt ein eigenes Leben und dieses Leben ist eigenwillig."