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Telefonbetrüger

Foto: Pixabay.com
Vorsicht Schockanrufe im Raum Reutlingen: Heulende "Tochter", falscher "Polizist"

Vorsicht: Im Raum Reutlingen / Pfullingen kommt es aktuell zu Schockanrufen. Eine heulende junge Frauenstimme gibt sich als Tochter aus, es sei etwas Schlimmes passiert. Dann übergibt sie an einen vermeintlichen Polizisten, der zuerst einen Abgleich der Personalien vornehmen will. Nach einer Gegenfrage des Angerufenen, der "Polizist" solle ihm zur Identifikation, ob es sich wirklich um einen Polizisten handelt, den Vornamen der Tochter nennen, erst dann nenne der Angerufene den zweiten Vornamen, wurde sofort aufgelegt. Wir raten: Legen Sie sofort auf und versuchen Sie, Ihr Kind parallel über Handy/Telefon oder WhatsApp direkt zu erreichen.

Vorsicht: Im Raum Reutlingen / Pfullingen kommt es aktuell zu Schockanrufen:

Lesen Sie hier, wie ein solches Schockgespräch abgelaufen ist:

Das Telefon klingelt.

Eine in höchsten Tönen heulende und schluchzende junge Frauenstimme gibt sich als Tochter aus,: "Mama, es ist etwas Schlimmes passiert!"

Auffallend ist: Auf Nachfragen antwortet sie nicht, sondern heult und schluchzt ununterbrochen weiter. Möglicherweise handelt es sich beim Geheule  der "Tochter" um eine Bandaufnahme.

"Ein Polizist will mit Dir reden", sagt sie. Dann ist auch schon der vermeintliche Polizist in der Leitung.

Dieser meldet sich in ruhiger, gemütlicher Stimmlage mit bayerischem Akzent. Er stellt sich als Polizist vom Polizeirevier 17 (oder ähnlich) vor. Er müsse aus Datenschutzgründen zuerst einen Abgleich der Personalien vornehmen.

Nun will der Polizist vom Angerufenen Vorname, Nachname, Straße und Ort wissen.

"Ja, das stimmt!  kommentiert er die Angaben des Angerufenen.

Jetzt brauche er noch den Vornamen und den Nachnamen der Tochter.

"Ich weiß ja nicht, ob Sie wirklich ein Polizist sind", sagt da der misstrauisch gewordene Angerufene zum falschen Polizisten und stellt dem vermeintlichen Polizisten eine Gegenfrage:

"Wir machen das so: Sie nennen mir den ersten Vornamen meiner Tochter, Und ich nenne Ihnen dann zur Verifikation den zweiten Vornamen meiner Tochter."

Kaum hat der Angerufene diese Gegenfrage gestellt, macht es auch schon "Click", und der falsche Polizist hat aufgelegt.

Parallel hat die Mutter der Tochter per WhatsApp geschrieben und nachgefragt: "Lebt Ihr?"  Und schon kam auch die Antwort:" Alles ok."

Wir raten: Legen Sie bei solchen Anrufen sofort auf und versuchen Sie, Ihr Kind parallel über Handy/Telefon oder WhatsApp direkt zu erreichen.

Gewöhnlich versuchen die Schockbetrüger im Laufe des Gesprächs, den Angerufenen zur Übergabe von Geldbeträgen zu überreden, mit verschiedenen Begründungen, beispielsweise:

  • Ihr Kind ist im Krankenhaus in benötigt dringendst ein teures Medikament, das sofort bar bezahlt werden muss
  • Ihr Kind hat einen Autounfall verursacht. Der Geschädigte ist bereit, gegen Sofortzahlung von X Tausend Euro auf eine Strafanzeige zu verzichten.
  • Ihr Kind kommt ins Gefängnis, wenn nicht sofort eine Kaution in Bar bezahlt wird.

Falls der Angerufene den Schockbetrug bis dahin noch nicht entdeckt hat, versuchen die Betrüger anschließend, eine Geldübergabe zu vereinbaren.

Für die Geldübergabe verwenden die Betrüger ganz unterschiedliche Szenarien, beispielsweise:

  • Ihr Kind schickt einen Freund vorbei, der das Geld abholt
  • Es kommt ein "Polizist" vorbei, der das Geld abholt
  • Sie müssen das Geld (für die Kaution) eigentlich beim Amtsgericht einzahlen. Weil die Abteilung aber schon geschlossen hat, kommt ausnahmsweise eine Mitarbeiterin auf den Parkplatz vor dem Amtsgericht, und nimmt dort das Geld in Empfang.

Egal, welche Variante die Betrüger für die Geldübergabe wählen: Das so an die Betrüger übergebene Geld ist dann auf "Nimmerwiedersehen" verloren.

Quelle: KM / Eigene Recherche

Erstveröffentlichung: 23.05.2023-12:52 | Jüngste Aktualisierung: 23.05.2023-16:24 | 25.09.2023-20:22

Hashtags: #Schockanrufe, #Betrug, #BEtrüger, #Betrugsversuche, #Kaution

(Zuletzt geändert: Montag, 25.09.23 - 20:25 Uhr   -   3017 mal angesehen)

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